Out for Change, Israel

Out for Change  kümmert sich um junge Juden, die ihre ultraorthodoxen Religionsgemeinschaften verlassen haben und sich danach in der Gesellschaft völlig neu orientieren müssen. Man nennt sie Yotzim. Ihre Situation ist vor allem dadurch geprägt, dass die meisten, ca. 96 %, von ihnen keine schulische Ausbildung genossen haben, die sie befähigt, einen Beruf, geschweige denn einen akademischen Beruf zu ergreifen. In ihrer Jugend sind sie in die religiöse Talmud-Schule gegangen, viele von ihnen können weder Englisch noch weiterführende Mathematik. Zudem leiden sie darunter, dass sie aus ihren bisherigen Lebensgemeinschaften, oft auch ihren Familien verstoßen wurden und nicht mehr unterstützt werden. Jährlich verlassen inzwischen ca. 3.000 junge Menschen die Haredim, wie die religiös orthodoxe Gesellschaft genannt wird.  Out for Change nimmt sich ihrer in lokalen Gemeinschaften und durch individuelle Bildungsförderung, auch über Mentorenprogramme an. Dazu zählen auch individuelle Stipendien, die sie gewähren oder vermitteln. 

Itzik - Psychotherapeut statt Rabbiner - ein harter Weg

Itzik (26 Jahre)  wuchs in einer kinderreichen ultra-orthodoxen jüdischen Familie auf, als zwölftes von 14 Kindern. Sein Weg war eigentlich vorbestimmt. Eifriges Lernen der Tora sollte ihn zu einem bedeutenden Rabbiner seiner Generation werden lassen. Im Alter von 14 brachte ihn seine Zweifel zum ersten Mal zu einer „Out for Change“ – Entscheidung. Er wollte kein „Haredi“ mehr sein und ließ sich die Seitenhaare (Payot) abschneiden. Aber er kehrte noch zweimal wieder in die Haredi-Gemeinschaft wieder zurück. Erst als er sich mit 20 freiwillig zum Militärdienst meldete begann sein Weg in eine neue Welt endgültig. Nach einem schweren Kampf in eine völlig neue und fremde Umgebung studiert er heute Psychologie am Herzliya Interdisciplinary Center  in Tel Aviv mit dem Ziel, noch in diesem Jahr sein Bachelorexamen zu absolvieren und dann das in seinem Studium Erlernte zugunsten seiner Mitmenschen, insbesondere auch anderen Yotzim einsetzen zu können.

Repahel - von der Talmud-Schule (Jeschiwa) in den Anwaltsberuf

Ähnlich erging es Rephael. Auch für ihn war die Entscheidung, seine Zurückstellungsurkunde vom sonst obligatorischen israelischen Militärdienst, die ihm ob seiner Zugehörigkeit zu einer Haredi, als eine Art Privileg zuteilwurde, zu zerreißen, das Schlüsselerlebnis für den Aufbruch in eine neue Welt. Er ist inzwischen Rechtsreferendar und möchte sein Master Studium in Recht, Technologie und Business Innovation am Herzliya Interdisciplinary Center  in Tel Aviv absolvieren und anschließend Anwalt werden.